1957

Unser
allererster
Abi-Jahrgang
feiert das diamantene Abitur

Damals war's, im Jahre 1957 - 15 Schülerinnen und Schüler freuen sich über das bestandene Abitur: Es war das erste an der 1951 gegründeten Hans-Carossa-Oberschule in der Streitraße in Spandau-Hakenfelde.

HCO Abitur 1957
Die 13 m (1957) mit ihrer Klassenlehrerin (vorn Mitte)

Inzwischen sind 60 Jahre ins Spandauer Land gegangen und 8 der damaligen Abiturient/innen sitzen wieder zusammen und feiern ihr Abitur.


Foto: Birth

Da gibt es viel zu erzählen und die Freude des Wieder-Treffens sieht man in den Gesichtern. Sie erinnern sich z.B. an ihre eigenartigen Lehrer, wie man im Spandauer Volksblatt lesen kann:

„Das waren Typen, die gibt es heute nicht“, sagt Klaus Warda-Lange. Groß, dick, meist mit Glatze und die Daumen immer in den Hosenträgern. „Wir hatten noch großen Respekt vor ihnen.“ Naja, böse Spitznamen bekamen sie trotzdem. „Hannibal“ rief man den Physiklehrer hinter vorgehaltener Hand. Und den Mathelehrer nannten alle „Tünnes“, so wie die legendäre Figur aus dem Hänneschen-Puppentheater der Stadt Köln. Tünnes war der knollennasige, rustikale Typ mit einer gewissen Bauernschläue."
"Im mündlichen Abitur konnte man sich damals nicht sein Fach aussuchen. Abiturient Lange-Warda erinnert sich:„Dabei begann der Tag der mündlichen Prüfungen noch mit einem Schrecken, denn fast jeder wurde in anderen Fächern geprüft, als er erwartet hatte.“ Er selbst musste in Mathe ran, was damals nicht sein Lieblingsfach war."


Die Klasse 13 m im Jahre 1957

Über die Besonderheit der Hans-Carossa-Oberschule in der Nachkriegszeit schrieb der inzwischen verstorbene Klassenkamerad Wolfgang Busch anlässlich des 50-jährigen Abiturs 2007:

Trotz ihres Gymnasialstatus war die 3. OWZ in der Streitstaße im Vergleich zu den anderen drei Gymnasien in Spandau etwas Besonderes - sie war im weiteren Sinne doch eine „Gemeinschaftsschule“. In einem Gebäude waren ein „Wissenschaftlicher Zweig“, ein „Technischer Zweig“ und ein „Praktischer Zweig“ als 3. Oberschule vereint. Dahinter stand die Idee, ein Gemeinschaftsgefühl unter den heranwachsenden Menschen der damals noch jungen Demokratie zu entwickeln.
Wir waren auch in einem anderen Sinne eine „moderne“ Schule. Heute würde ich sagen, wir waren eine Gemeinschaft, in der versucht wurde, die Denk- und Verhaltensweisen der vorangegangenen Diktatur und des Krieges zu überwinden.
Die Achtung des Einzelnen stand im Vordergrund. Die Individualität wurde gefördert. Toleranz und Akzeptanz stellten sich wieder ein. Dies wurde unter anderem dadurch erreicht, dass so weit wie möglich der Frontalunterricht aufgegeben wurde. Gespräche und Diskussionen standen im Mittelpunkt des Unterrichts."

Die Klasse bei ihrer Aufnahme in die Hans-Carossa-Oberschule im Jahre 1951

 

66 Jahre Klassengemeinschaft!
Wir gratulieren unserem allerersten Jahrgang!


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Die beiden ersten Zitate stammen aus dem ausführlichen Bericht im SPANDAUER VOLKSBLATT.

Die letzten drei Zitate sind dem Carossa-Newsletter Nr. 6 (2007) entnommen.