Workshop am Nikolaustag

 

Andreas hieß füher Heidi -
Staatsdoping in der DDR

 

Am 6.12.2014 war Herr Andreas Krieger bereits zum zweiten Mal zu Gast an der HCO. Vor den Schülern/innen des Seminarkurses Doping sowie des GK Sport-Theorie referierte er zum Thema der Sportförderung der Jugend in der ehemaligen DDR und zum staatlich verordneten Doping nach dem Staatsplanthema 14.25.

 

Herr Krieger beim VortragHerr Krieger

Herr Krieger beim Vortrag

„Wir können aus Frauen Männer machen, aber aus Männern keine Fische“ war ein geflügeltes Wort unter DDR-Schwimmtrainern in den 1970er Jahren und bezog sich auf das Doping mit Androgenen.
1982 bis 1984 wurden Andreas Krieger ohne sein Wissen hohe Dosen Oral-Turinabol verabreicht. *)

Er hatte Schwierigkeiten sich in eine weibliche Geschlechtsrolle zu finden. Seine Geschlechtsidentität, so wurde ihm im Laufe der Jahre klar, war männlich. Andreas Krieger führt dies zumindest teilweise auf das Doping mit Testosteron zurück. 1997 unterzog sich Heidi Krieger einer geschlechtsangleichenden Operation und nahm den Namen Andreas an.

 

Kl, Eg

 Frau Klauser, Herr Eggert und Herr Wenzel 

 

Schüler

Aufmerksame Schüler

 

Medaillen 1

Begutachten die Medaillensammlung

 

Gespräch

Zeit für ein persönliches Gespräch

Andreas Krieger ist einer der wenigen ehemaligen Spitzensportler der DDR, der heute öffentlich über die Dopingpraxis in der DDR spricht.

Medaillensammlung

Medaillensammlung

 

Orden

Vaterländischer Verdienstorden

 

Meister des Sports

Auszeichnung Meister des Sports


Potemkinsche Dörfer staatlicher Anerkennung. Hier ist nichts dabei, worauf Andreas Krieger heute noch stolz wäre.


Es ist enorm wichtig den Heranwachsenden die möglichen Folgen vor Augen zu führen, wenn man seinem Körper Mittel zuführt, die schädigende Wirkungen entfalten, wie z.B. beim Doping im Sport.  Genauso wichtig erachtet er, dass man die gesellschaftlichen und politischen Dinge offenlegt, die die Dopingpraxis unterstützen.

 

Text, Fotos: W. Behrens

 

*) Nach Erscheinen dieses Artikels schrieb Andreas Krieger:

Eine Anmerkung hätte ich. 
Mit knapp 16 Jahren begann man mir diese Dopingmittel (“UM” unterstützende Mittel) zu verabreichen.
Ich bekam sie sicher bis 1989, also bis zur Wende hin. Wann man aufgehört hat mir diese Mittel zu geben, weiß ich leider nicht mehr sicher zu sagen. Daran kann ich mich beim besten Willen nicht mehr erinnern. Ich bekam diese Pillen also rund 8-9 Jahre lang.