Neuer Schulleiter - neues Glück


Herr Rußbült im Interview


Heun (Redaktion): Herr Rußbült, Sie haben sich um die Stelle des Schulleiters am Hans-Carossa-Gymnasium beworben. Seit dem 2. September 2015 sind Sie mit der Leitung der Schule beauftragt. Was reizt Sie an der Rolle eines Schulleiters?

Rußbült: Mich reizt die Möglichkeit, gemeinsam mit den am Schulleben Beteiligten die Schule zu gestalten und eine Vision zu entwickeln für eine zukunftsfähige Schule und diese Ideen in Zusammenarbeit auch zu realisieren.

In Berlin gibt’s 90 Gymnasien. Warum wollen Sie gerade am HCG Schulleiter sein?
Einmal weil die Schule vom Gebäude her hervorragend geeignet ist, Schule zu leben und zu gestalten, und zum anderen weil ich nach dem Umzug meiner Eltern von München viele Jahre in Spandau gelebt habe und deswegen eine Nähe zu Spandau habe. Schließlich habe ich bei meiner Tätigkeit als Stellvertretender Schulleiter am HCG Kollegium, Eltern- und Schülerschaft schätzen gelernt. Dass ich einen wunderschönen Schulweg von Falkensee, wo ich jetzt wohne, mit dem Fahrrad zum HCG habe, ist dann das Sahnehäubchen oben drauf.

Ein biografischer Blick zurück: Wie war denn Ihre Schulzeit?
Anfangs in München spannend und interessant. Nach dem Umzug von München nach Spandau in der 3. Klasse fiel mir die Schule weiterhin sehr leicht. In der Pubertät, so etwa Klasse 8 - 10, hatte ich hier und da kleinere Schwierigkeiten, dem Unterricht wie erwartet zu folgen. Ansonsten habe ich in dieser Zeit viel Fußball gespielt. Das war damals für einen Schüler nachmittags noch ohne Probleme möglich. In der Oberstufe lief es dann wieder besser und ich habe 1988 das Abitur mit den Leistungsfächern Biologie und Kunst erfolgreich absolviert..

Und nach der Schule, was haben Sie da gemacht?
Ich habe zunächst Fußball gespielt, semiprofessionell, in der damaligen Regional-Liga beim Spandauer SV. Habe dann - halb Fußball, halb Studium - 4 Semester Jura an der FU studiert und dann das Studium Geografie und Sport aufgenommen. Ich habe recht ausführlich studiert [er schmunzelt], dann aber auch die Examina eigentlich sehr ordentlich bestanden.

Haben Sie Familie?
Ja. Mit meiner Frau bin ich seit über 30 Jahren zusammen. Wir haben eine Tochter (20), einen Sohn (14) und momentan auch zwei Hunde.

Ein Schulleiter muss auch sich entspannen können. Was sind Ihre Hobbys?
Mountainbiking, Fußball spielen. Ausdauersport entspannt mich. Ich kann aber auch im Garten liegen und guten Mutes gar nichts tun. Lesen entspannt mich und auch Klavier spielen.

Was spielen Sie gerne?
Schubert und Schumann. Aber [etwas leiser] nicht besonders gut. Meine Frau macht jedenfalls immer die Türe zu, wenn ich anfange zu üben.

Das Schuljahr 2015/16 ist 3 Wochen alt. Was steht an? Wo wollen Sie Akzente setzen?
Ab dem 1. Oktober sind wir eine Schule mit Offenem Ganztagsbetrieb. Es geht also zunächst darum, dass die Schule in ihrer neuen Organisationsstruktur weiterhin so gut läuft wie bisher und mit der veränderten Tagesstruktur auch ein Mehrwert erzielt wird. So soll z.B. die Mitarbeit und –gestaltung der Schüler/innen ausgeweitet und intensiviert werden.

Weiter wichtig sind Fragen der Unterrichtsentwicklung, der Personalentwicklung, Fortbildungskonzepte und die Gestaltung des Schulhofs. Die genaue Zielrichtung dieser Prozesse wird abgestimmt mit der Steuergruppe, in der neben Schulleitung und Mitgliedern des Kollegiums auch Eltern und Schüler/innen vertreten sind, und mit den Gremien der am Schulleben Beteiligten, also der Eltern- und der Schülervertretung.

Vor den Ferien haben Sie eine Abschiedsrede für Frau Meyer gehalten. Was würden Sie bei Ihrer eigenen Verabschiedung gerne über sich hören?
Schön wäre, wenn man sagen würde: Der Rußbült, der hat eine Schule mitgestaltet und geformt, die den Herausforderungen ihrer Zeit begegnete und die Anforderungen der Zukunft im Blick hatte und dabei an Schulstrukturen arbeitete, die bei seiner Bestallung zum Schulleiter noch gar nicht in der Diskussion waren. Er war ansprechbar, freundlich und zuverlässig - und in der Sache konsequent.

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Foto: Heun