9.2.2012

Interview in Cape Coast

 Interviewter

Interview
mit einem
Cape Coastler

 

 


Tonia:
So, Kojo Acquandoh*, ich würde gerne mehr über Cape Coast aus der Sicht eines Einwohners dieser küstennahen Stadt erfahren. Was halten Sie denn von ihrer Stadt? Ich möchte sie bitten, damit zu beginnen, mir zu erzählen, was Sie an ihrer Stadt mögen.


Mr Acquandoh:
Also, was ich sehr gerne an Cape Coast mag, ist der fließende Verkehr. Anders als in unserer  Hauptsadt Accra, wo man Stunden zur Arbeit brauchen kann, ist man hier in 20 Minuten überall, wo man sein möchte.

Außerdem liebe ich den Strand. Unsere Stadt grenzt direkt an eine palmenreichen Strand, an dem man sich wunderbar erholen und nachdenken kann. Jedes Wochenende sieht man dort viele vereinzelte Menschen und Paare, die auf den Fischerbooten sitzen und sich Gedanken machen. Außerdem gibt es oft Kirchengruppen die einen Ausflug zum Strand machen. Das beste ist, dass es nichts kostet.

 

Strand Ghana

 

Oft hört man die Fischer Lieder singen, wenn sie die Boote aus dem Wasser ziehen. Das finde ich sehr faszinierend und spannend. Es macht mich froh.

Dann mag ich auch die Freundlichkeit der Menschen. Wenn man als Besucher herkommt und den Weg nicht findet, kann man jederzeit Hilfe bekommen. Meist bringen die Leute einen gleich zu diesem Ort und sagen nicht nur die Route an.

Gleichzeitig gibt es hier auch Gerechtigkeit. Die Menschen haben die Auffassung, sich gegenseitig zu helfen, und wenn sie irgendwo jemanden betrügen oder ungerecht behandelt sehen, treten sie dazu und setzen sich füreinander ein.

Schließlich haben wir hier in Cape Coast, die alte Hauptstadt, die besten Schulen Ghanas. Wichtige Persönlichkeiten, zum Beispiel Kofi Annan, der erste afrikanische Generalsekretär der UN, gingen hier zur Schule.

Außerdem haben wir hier einige touristische Attraktionen, wie das Cape Coast Castle (die größte Sklavenburg Westafrikas), das man besuchen kann, um mehr über Cape Coasts Vergangenheit zu erfahren. Ich finde das sehr wichtig.

Sklavenburg

 


Tonia:
Vielen Dank. Und nun, was mögen Sie nicht an ihrer Stadt?


Mr Acquandoh:
Hier in Cape Coast haben wir nicht viel Arbeit. Das führt dazu, dass die Arbeitgeber das oft ausnutzen und unfreundlich zu ihren Angestellten sind. Außerdem bekommen die Angestellten nur ein sehr kleines Gehalt.

Außerdem haben wir in Cape Coast nicht viel zum Unternehmen für junge Leute. Es gibt nur zwei Orte, wo junge Leute ausgehen können.

 

Tonia 2

Tonia (rechts im Bild)


Dann haben wir in Cape Coast nicht genügend Mülleimer. Dadurch ist die Stadt dreckig.


Tonia:
Was würden Sie in Cape Coast ändern, wenn Sie die Macht dazu hätten?


Kojo Acquandoh
:
Ich würde mehr Arbeitsplätze für die Jugendlichen, die arbeitssuchend sind, schaffen. Außerdem würde ich ein Theater oder eine Art Konzerthaus bauen, wo die Jugendlichen Spaß haben können.

 

Ghanaer

 

Früher hatten wir mal „Watchmen“, die durch die Stadt liefen und Leute anwiesen, sich angemessen zu verhalten und nicht ihren Müll irgendwo hinzuwerfen, damit sich keine Krankheiten ausbreiten konnten. Die würde ich wieder einführen.

 


Tonia:
Meine letzte Frage ist: Wo würden Sie am liebsten wohnen, wenn Sie sich einen Ort irgendwo auf der Welt aussuchen könnten?

 

Weltkarte



Kojo Acquandoh:
Da ich noch nicht viel herum gereist bin und nur Ghana kenne, kann ich mich da nicht entscheiden. Ich weiß nicht, wie die Menschen in anderen Teilen der Welt sind und deshalb weiß ich nicht, ob ich gerne dort wohnen würde.


Tonia:                                                  
Vielen Dank, Mr Acquandoh!                                                                    

 *Kojo Acquandoh, Name wurde geändert.

 

 

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