Interview in Cape Coast
Interview
mit einem
Cape Coastler
Tonia:
So, Kojo Acquandoh*,
ich würde gerne mehr über Cape Coast aus der Sicht eines Einwohners
dieser küstennahen Stadt erfahren. Was halten Sie denn von ihrer Stadt?
Ich möchte sie bitten, damit zu beginnen, mir zu erzählen, was Sie an
ihrer Stadt mögen.
Mr Acquandoh:
Also, was ich sehr gerne an Cape
Coast mag, ist der fließende Verkehr. Anders als in unserer Hauptsadt
Accra, wo man Stunden zur Arbeit brauchen kann, ist man hier in 20
Minuten überall, wo man sein möchte.
Außerdem liebe ich den Strand. Unsere Stadt grenzt direkt an eine palmenreichen Strand, an dem man sich wunderbar erholen und nachdenken kann. Jedes Wochenende sieht man dort viele vereinzelte Menschen und Paare, die auf den Fischerbooten sitzen und sich Gedanken machen. Außerdem gibt es oft Kirchengruppen die einen Ausflug zum Strand machen. Das beste ist, dass es nichts kostet.
Oft hört man die Fischer Lieder singen, wenn sie die Boote aus dem Wasser ziehen. Das finde ich sehr faszinierend und spannend. Es macht mich froh.
Dann mag ich auch die Freundlichkeit der Menschen. Wenn man als Besucher herkommt und den Weg nicht findet, kann man jederzeit Hilfe bekommen. Meist bringen die Leute einen gleich zu diesem Ort und sagen nicht nur die Route an.
Gleichzeitig gibt es hier auch Gerechtigkeit. Die Menschen haben die Auffassung, sich gegenseitig zu helfen, und wenn sie irgendwo jemanden betrügen oder ungerecht behandelt sehen, treten sie dazu und setzen sich füreinander ein.
Schließlich haben wir hier in
Cape Coast, die alte Hauptstadt, die besten Schulen Ghanas. Wichtige
Persönlichkeiten, zum Beispiel Kofi Annan, der erste afrikanische
Generalsekretär der UN, gingen hier zur Schule.
Außerdem haben wir
hier einige touristische Attraktionen, wie das Cape Coast Castle (die
größte Sklavenburg Westafrikas), das man besuchen kann, um mehr über
Cape Coasts Vergangenheit zu erfahren. Ich finde das sehr wichtig.
Tonia:
Vielen Dank. Und nun, was mögen Sie nicht an ihrer Stadt?
Mr
Acquandoh:
Hier in Cape Coast haben wir nicht viel Arbeit. Das führt
dazu, dass die Arbeitgeber das oft ausnutzen und unfreundlich zu ihren
Angestellten sind. Außerdem bekommen die Angestellten nur ein sehr
kleines Gehalt.
Außerdem haben wir in Cape Coast nicht viel zum
Unternehmen für junge Leute. Es gibt nur zwei Orte, wo junge Leute
ausgehen können.
Tonia (rechts im Bild)
Dann haben wir in Cape Coast nicht genügend Mülleimer. Dadurch ist die Stadt dreckig.
Tonia:
Was würden Sie in Cape Coast ändern, wenn Sie die Macht dazu hätten?
Kojo
Acquandoh:
Ich würde mehr Arbeitsplätze für die Jugendlichen, die
arbeitssuchend sind, schaffen. Außerdem würde ich ein Theater oder eine
Art Konzerthaus bauen, wo die Jugendlichen Spaß haben können.
Früher hatten wir mal „Watchmen“, die durch die Stadt liefen und Leute anwiesen, sich angemessen zu verhalten und nicht ihren Müll irgendwo hinzuwerfen, damit sich keine Krankheiten ausbreiten konnten. Die würde ich wieder einführen.
Tonia:
Meine letzte Frage ist: Wo würden
Sie am liebsten wohnen, wenn Sie sich einen Ort irgendwo auf der Welt
aussuchen könnten?
Kojo Acquandoh:
Da ich noch nicht viel herum
gereist bin und nur Ghana kenne, kann ich mich da nicht entscheiden. Ich
weiß nicht, wie die Menschen in anderen Teilen der Welt sind und
deshalb weiß ich nicht, ob ich gerne dort wohnen würde.
Tonia:
Vielen Dank, Mr Acquandoh!
*Kojo Acquandoh, Name wurde geändert.
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