Penfriends in Africa
Brieffreundschaft
mit Cape-Coast, Ghana
Als fest stand, dass meine Schwester Tonia, ehemalige Schülerin der HCO, Abiturjahrgang 2009, für ein Jahr freiwillig an der Harris-School in Cape-Coast, Ghana, arbeiten würde, kam uns spontan die Idee, eine Brieffreundschaft mit der HCO zu organisieren.
Mit der Zeit verfestigte dich dieser Gedanke und wir begannen an der Umsetzung zu feilen. Es sollte hierbei ausnahmsweise einmal nicht um Spenden und Unterstützung der Armen gehen, sondern lediglich um die Menschen, die unterschiedlichen Kulturen, um gegenseitiges Verständnis und Freundschaft.
Als Tonia sich in Ghana eingelebt hatte und mit den SchülerInnen der Harris-School vertraut geworden war, schlug sie den Kindern und Jugendlichen dieser Schule unsere Idee einer Brieffreundschaft mit Berlin vor, und alle waren begeistert.
Englisch ist zwar nicht die Muttersprache der GhanerInnen, jedoch die offizielle Sprache und so sprechen schon die Kleinen äußerst gutes Englisch.Dies ließ sich selbst an den Briefen der jüngeren, ca. elfjährigen, Interessenten erkennen, Briefe, für deren Lektüre ich sogar manchmal ein Wörterbuch benötigte.
Es kamen ungefähr sechzig Briefe zusammen, welche meine Schwester mir schickte.
Da die ganze Briefaktion viel Arbeit bedeutete, weil, wie sich herausstellte, deutlich weniger Schüler an der HCO Interesse an einer Brieffreundschaft zeigten als an der Harris-School, bat ich meinen Freund Mitja um Hilfe, welcher sich sofort bereit erklärte.
Fast alle, die einen Brief aus Ghana nahmen, waren entzückt von der Offenheit und teils belustigt über die Schreibweise. Z.B. begannen viele Briefe mit : „Dearest one, The brightness of this day has given me the unique and golden opportunity to write to you this letter.“ Auffallend in vielen Briefen war die starke Verbindung zum größtenteils christlichen Glauben.
Gemeinsam brauchten wir gut zwei bis drei Wochen, um alles Briefe „loszuwerden“ und die Antworten zusammenzukriegen. Hierbei war uns Frau Phillip eine große Hilfe, in deren Fach die SchülerInnen ihre Antwortbriefe legen konnten, woraufhin sie mir diese weitergab.
Inzwischen ist das zweite Mal ein Paket voll mit ghanaischen Briefen bei mir angekommen und verteilt worden.
Ich hoffe sehr, dass diese Brieffreundschaft trotz aller Schwierigkeiten bestehen bleiben wird und vielleicht noch mehr HCO-SchülerInnen Interesse zeigen.
Letztendlich ist es eine ungewöhnliche Chance, persönlich mit Gleichaltrigen aus einem so fremden Land wie Ghana in Kontakt zu stehen und dabei Englisch zu lernen; und das alles für umsonst, da meine Familie derzeit das Porto bezahlt.
Lucia Druba (11e)
Hier geht's zu Tonias ghanaischen Bemerkungen zum Briefaustausch
... und hier zu ihrem Ghana-Blog (ein Freiwilligenjahr in Afrika)

