Heimgekehrt...
Anne-Kathrin (2007)
Über mein Jahr in den USA (2004/2005) habe ich ja bereits berichtet. Jetzt, kurz vor dem Abitur, möchte ich noch einmal etwas darüber erzählen. Obwohl dieses Jahr in vielerlei Hinsicht schnell vorbei war gibt es auf der anderen Seite auch Dinge von sehr nachhaltiger Natur. Zurück in der Heimat beginnt die Aufarbeitung der gesammelten Eindrücke und Erfahrungen – vielleicht ist dieser Teil mit der spannendste am Abenteuer „Austauschjahr“!
Denn dann fällt einem erst auf, wie sehr man sich verändert hat. Es werden einem plötzlich Dinge deutlich – in der eigenen Familie zum Beispiel - die früher in der Gewohntheit untergegangen sind. Aber auch Familie und Freunde haben sich in einem Jahr verändert: Es beginnt nun der Prozess des Wieder-Einlebens.
Die Schule: Man muss sich an etwas Altgewohntes neu anpassen, was ähnlich schwierig ist wie mit anderen neuen Situationen umzugehen. Man muss zum Beispiel seine neuen Kurse wählen, Leistungskurse etc. Da es ja nun ums Abitur geht, ist dieser Entscheidung eine ganz besondere Bedeutung beizumessen. Doch bei einem der beiden Leistungskurse sollte kein Austauschschüler Probleme haben: Englisch. Obwohl man meistens die Sprache perfekt beherrscht, bedeutet das nicht unbedingt, dass einem eine 1+ schon sicher ist. So verschaffen einem beim Schreiben von Essays und Analysieren von Geschichten die guten Englischkenntnisse nur geringe Vorteile.
Auch im Freundeskreis hat sich einiges verändert. Auch wenn man durch E-Mails und Telefonate immer auf dem neuesten Stand gehalten wurde, hat man doch ein Jahr aufzuholen. Doch habe ich mich gut eingelebt und wurde von meinen Freunden schnell wieder integriert. Neue Freunde habe ich auch durch Auflösung der alten Klassenverbände und Bildung der gymnasialen Oberstufe gefunden, wodurch die Schüler neu gemischt werden.
Anne in San Francisco
Der Kontakt zu meiner Gastfamilie besteht weiterhin und wird mit voranschreitender Zeit fester. Eine zweite Familie zu haben, drüben überm großen Teich, ist etwas sehr Schönes.
Die Entscheidung ein Austauschjahr zu machen, war die beste und folgenreichste, die ich in meinem bisherigen Leben fällen musste. Wie bereits erwähnt, ist das Auslandsjahr im Flug vorbeigezogen. Da man keine Zeit hatte um zu verschnaufen, seine Familie zu vermissen oder sich einsam zu fühlen, ging die Zeit sehr schnell vorbei, bis man wieder in der Heimat war.

