22.5.2012

Ins Ausland ja ... aber wie?

Während der Schulzeit einen längeren Auslandsaufenthalt einzulegen, ist eine tolle Möglichkeit, der persönlichen und der schulischen Entwicklung noch einen ganz besonderen  Kick zu verpassen. Während so einer Zeit im Ausland lernt der Schüler oder die Schülerin nicht nur

  • Toleranz: „Anderes ist einfach nur anders und nicht unbedingt falsch“
  • Selbstständigkeit: „Ich schaff das schon…“
  • Konfliktbewältigung: „Manche Erfahrung ist nicht nur einfach“               sondern  natürlich ein neue
  • Sprache oder eine bereits erlernte wird perfektioniert

Wie komme ich nun ins Ausland?

Es gibt in Deutschland über 80 Austauschorganisationen, die einen Auslandsaufenthalt für interessierte Schüler durchführen. Da gibt es die gemeinnützigen Vereine, bei denen das interkulturelle Lernen und die ideelle Idee des Austausches im Vordergrund stehen, einige haben sich im Dachverband AJA zusammengeschlossen: Die großen Vereine AFS und YFU vermitteln in ca. 45 Länder, während die kleineren Vereine Partnership International und Experiment wie auch Open Door International sich auf wenige Länder und auf besondere Angebote spezialisieren.

Dann gibt es internationale Clubs, die Schüleraustausche organisieren, wie Rotary, außerdem eine Organisation, die Teilstipendien für amerikanische Privatschulen vergibt, Assist , und natürlich die vielen Organisationen und Reiseunternehmen, z.B. EF oder Ayusa, die Schüleraustausch halb- oder ganz kommerziell betreiben. Hier steht oft der Spracherwerb und das Reiseerlebnis im Vordergrund. Je nach gewünschtem Land und privaten Vorstellungen kann man sich aus den vielen, vielen Organisationen das Passende heraussuchen.

Eine gute – wenn auch nicht mehr ganz aktuelle (Preise) - Übersicht (nicht nur für die USA) bietet das Büchlein: Gundlach, Christian und Sylvia Schill: Ein Schuljahr in den USA, oder die Suchmaschine von Spiegel Online.

Selbstorganisierter Austausch ist meist auch möglich, allerdings nicht mehr in die USA: wer in dieses beliebte Austauschland möchte, kann nur mithilfe einer Austauschorganisation das benötigte Langzeitvisum erhalten. Wenn man selber aktiv werden möchte, sollte man allerdings die erheblichen Mühen und letztendlich die auch hier entstehenden Kosten eines selbst organisierten Austausches nicht unterschätzen.

Auslandsaufenthalt ja, aber wie lange ist richtig für mich?

Eine umfassende Erfahrung macht der Schüler oder die Schülerin, die ein ganzes Schuljahr im Ausland verbringt. Einige Monate benötigt man meist, um Fuß zu fassen und zu erfahren, wo es in dem neuen Land „lang geht“. Erst dann kann man mit dem erworbenen Handwerkszeug richtig arbeiten und das Beste aus dem Auslandsjahr herausholen. Man erlebt die meisten Familienfeste in der Gastfamilie und lernt vieles verstehen, wozu man einfach Zeit braucht. Wer mit einer gemeinnützigen Organisation ins Ausland geht, kann anschließend durch ehrenamtliches Engagement und in der Gemeinschaft der anderen „Ehemaligen“ das Austauscherlebnis abrunden und weitergeben.

Bei der neuen Schulzeitverkürzung bedeutet ein Jahr Ausland dann allerdings, dass zwischen der 10ten und der 11ten Klasse ein weiteres Schuljahr eingeschoben werden muß. Dieses Schuljahr ist allerdings wirklich ein „dazu gewonnenes“!

Wer kein Schuljahr einschieben möchte, kann in der ersten Hälfte der 10. Klasse ein paar Monate ins Ausland gehen. Selbstverständlich ist auch ein halbes oder ein Viertel-Schuljahr besser als gar nichts, und für reife Jugendliche mag das auch eine gute Möglichkeit sein, Auslandserfahrungen zu sammeln. Die zweite Hälfte der 10ten Klasse außerhalb Berlins zu verbringen, ist nicht möglich. Der bestandene Mittlere Schulabschluß (MSA) ist bei uns eine Pflichtvoraussetzung für den Besuch der Oberstufe und kann auch nicht in den Sommerferien nachgeholt werden.

Wie finanziere ich so etwas?

Die Kosten für einen Auslandsaufenthalt liegen, abhängig von Organisation und gewünschtem Land so zwischen € 5.000 und € 25.000. Dazu kommt Taschengeld (monatlich € 100 – 250). Das ist viel Geld, sollte aber niemanden gleich abschrecken. Es gibt sehr viele Möglichkeiten, sich ein Teilstipendium zu erwerben, denn die meisten Organisationen unterstützen reisefreudige Schüler auf irgendeine Weise auch finanziell. Eine gute Übersicht bietet dazu diese Weltweiser Seite!

Austausch-Infoveranstaltung

Das HCOG organisiert jedes Jahr im Mai/Juni eine Austausch-Infoveranstaltung, in der die oben angesprochen Punkte von erfahrenen Eltern und Schülern, sowie einer Oberstufenkoordinatorin näher erläutert werden. Zudem berichten meistens zwei oder drei Schüler, die bereits einen Langzeitaustausch hinter sich haben, von ihren Erlebnissen.

Dazu laden wir hauptsächlich die 8. und 9. Klassen ein, selbstverständlich ist aber jeder andere Interessierte auch herzlich willkommen.

Gastfamilie werden

Selbstverständlich kann man auch als Gastfamilie eine tolle Erfahrung im Schüleraustausch erhalten. Alle gemeinnützigen Vereine und viele Organisationen vermitteln und betreuen Schüler aus dem Ausland, die hier in Deutschland zur Schule gehen und die deutschen Sitten und Gebräuche intensiv kennen lernen wollen. So holt man sich ein wenig Ausland direkt nach Hause ins Wohnzimmer! Wir haben auch bei uns am HCOG  Gastschüler. Schaut doch mal rein!

                                         Silke Niehaus-Weingärtner, Dez. 2009
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