21.5.2012

England

André Weingärtner

Anfang des Jahres (2. Hälfte der 11. Klasse) war ich 7 Monate in Plymouth, England. Da eigentlich fast alle meine Kontakte in der Zeit über die Schule gelaufen sind, habe ich gedacht, ich erzähl in dem Bericht, um den ich gebeten wurde, einfach ein wenig von meiner Schule.

Erst einmal etwas Allgemeines:  Ich habe in Plymouth die „Devonport High School for Boys“ (kurz DHSB) besucht, es war also eine reine Jungenschule – die DHSG, die entsprechende Mädchenschule, gab es übrigens auch. Die DHSB ist eine Grammar School, was einem Gymnasium hier in Deutschland entspricht, und ist auf Naturwissenschaften und Sprachen spezialisiert. Dort besuchte ich die 12te Klasse der Sixth Form, zu der die beiden letzten Klassen zusammengefasst sind. Von vorne sah meine Schule richtig altehrwürdig aus, von hinten wurden einem die Illusionen dann genommen, da starrte einen der Beton an.

Devonport High-School for Boys

Natürlich mussten wir auch stilecht, wie man sich Engländer vorstellt, Schuluniformen tragen. Die bestand aus einem schwarzen Anzug, einem weißen Hemd und schwarzen Lederschuhen – und natürlich die Krawatte in Schulfarben. Die Jüngeren hatten statt eines schwarzen Jacketts ein grünes, wodurch sie von uns zu unterscheiden waren.

Dass man auch in der Sixth Form Schuluniformen tragen muss, ist in England eigentlich eher unüblich, aber das ist schließlich von Schule zu Schule unterschiedlich.

Es gab auch vier verschiedene Schulhäuser, die für uns ältere jedoch nicht wirklich eine Rolle gespielt haben.

Wie schon gesagt war ich in der Sixth Form (zwölfte Klasse), wodurch man im allgemeinen Schulleben mehrere Vorteile hat. In der Cafeteria zum Beispiel konnte man einfach an der Schlange vorbeigehen oder für die Freistunden gab es einen sogenannten Sixth-Form-Centre. Darin waren dann Tische, an denen man Karten spielen konnte, es gab Computer oder sogar einen Billardtisch.

Freunde

Der Unterricht war, soweit ich das beurteilen kann, ähnlich dem hier in Deutschland, also hauptsächlich vom Lehrer abhängig. Es gab sowohl reinen Frontalunterricht, als auch „normalen“ Unterricht. Auch die Motivation der Lehrer war unterschiedlich, die Erdkundelehrerin zum Beispiel hat wirklich Arbeit in die Planung der Unterrichts gesteckt, während der Standardsatz der Physiklehrerin sinngemäß war: Lest euch den Text im Buch durch und macht dazu die Aufgaben – sie saß dann vorne und hat am Computer gearbeitet oder Zeitung gelesen.

So komme ich auch direkt zur technischen Ausstattung der Schule, am Anfang war ich echt überrascht: In jedem Klassenraum ist mindestens ein Computer für den Lehrer und ein Beamer, mit dem er Tafelbilder an die Wand werfen kann. In manchem Räumen gibt es sogar ein Whiteboard, das mit dem Computer gekoppelt ist.  Man kann so auf dem projizierten Bild mit einem bestimmten Stift etwas schreiben, was dann vom Computer erkannt wird.

Zuletzt möchte ich noch die Beziehungen zwischen Schülern und Lehrern und das Notensystem ansprechen. Das Notensystem in England ist anders, man bekommt (zumindest in der Sixth Form) nämlich keine Noten mehr von den Lehrern. Die geben einem nur „expected grades“ und „target grades“. Die eigentlichen Noten erhält man dann (in der Oberstufe) durch die Examen, die am Jahresende geschrieben wurden. Am Ende der 12. Klasse schreibt man die AS-Levels und nach der 13. Klasse die A-Levels, die Noten, mit denen man sich auf den Unis bewirbt.

Da die eigene Note also nicht vom Lehrer abhing, war das Lehrer-Schüler-Verhältnis meiner Meinung nach entspannter als in Deutschland.

 

André wurde von Partnership International nach England vermittelt und dort von einer Partnerorganisation betreut.


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