17.5.2012

Interview

 

 

Handys im Unterricht?
Döner in der Cafeteria?
Eine neue Mensa?

Frau Meyer - Simon 1


Schulleiterin und neuer
Schülersprecher
im Interview


Bei der Wahl des HCO-Schülersprechers für das Schuljahr 2011/12 erhielt Simon Marquardt aus der 10b die meisten Stimmen. In seiner Kandidatenrede hat er Positionen vertreten, die nicht nur auf Zustimmung stießen. Die Schulleiterin Frau Meyer unterhält sich im folgenden Interview mit Simon über Ziele und Vorhaben der Gesamtschülervertretung (GSV). Die Fragen stellt M. Heun von der Homepage-Redaktion.

Hn: Simon, Gratulation zu deiner Wahl als erster Schülervertreter der HCO. Bei aller Ehre, so ein Amt bedeutet Arbeit. Warum hast du kandidiert?

Simon: Erst einmal Danke für die Gratulation. - Zu meiner Motivation: Es gab in den letzten Jahren nicht wirklich viel Aktivitäten von Seiten der GSV-Mitglieder. Da will ich mich nun aktiv einsetzen.

 

HANDYS IM UNTERRICHT?

Hn: Als du dich, Simon, den Schülerinnen und Schülern als Kandidat vorgestellt und empfohlen hast, hast du das Thema „Handys im Unterricht“ angesprochen. Welche Ziele werden da von der Schülervertretung verfolgt?

Simon: Es geht darum, den Unterricht moderner zu gestalten.

Hn: Hast du da konkrete Vorstellungen?

Simon: Man könnte z.B. im Sprachunterricht ein elektronisches Wörterbuch mittels Handy benutzen.

Frau Meyer: Zunächst, Simon, möchte ich zwei der Gründe nennen, warum in unserer Schule wie in vielen anderen Schulen ein Handy-Verbot für den Unterricht ausgesprochen wurde:

Das Handy ermöglicht eine permanente Erreichbarkeit des Schülers mit der Folge von Ablenkung und Unkonzentriertheit. Der unterrichtliche Erfolg des einzelnen Schülers hängt aber von seiner zielgerichteten Konzentration ab: Je weniger Ablenkung, desto mehr Erfolg.

Ein zweiter Grund resultiert aus der Fähigkeit der Handys, Film-, Bild- und Tonaufnahmen zu machen. Da dies auch geschehen kann, ohne dass es die abgefilmten Lehrer oder Schüler merken, hat die Schule zu deren Schutz die Nutzung von Handys im Unterricht untersagt.

Dein Bestreben, Simon, moderne Medien stärker im Unterricht zu nutzen, kann ich gut verstehen und möchte es auch unterstützen.

Hn: Wie könnte das aussehen?

Frau Meyer: Die Entwicklung eines Medienkonzeptes muss ein Schwerpunkt der Weiterentwicklung der Arbeit sein. Fragen, die dabei geklärt werden müssen beziehen sich darauf, ob wir den Einsatz von Notebooks fördern wollen oder auf die Anschaffung elektronischer Whiteboards setzen. Einige Kollegen werden sich demnächst über die Bedienung und den Einsatz solcher elektronischen Whiteboards informieren. Die Mitarbeit von Schülern an der Ausarbeitung dieses Medienkonzeptes der Schule halte ich für sehr wünschenswert.

CAFETERIA-WÜNSCHE

Hn: Seit ein paar Jahren gibt es eine Cafeteria an der HCO. Hat die GSV-Vertretung da Wünsche?

Simon: Ja, wir Schüler würden gerne das Angebot erweitert sehen, so z.B. Döner.

Frau Meyer: Solche Wünsche kann ich gut verstehen. Andererseits gibt es Lehrer und auch Schüler, die sich schon über den Pizzageruch beschwert haben, der von der Cafeteria ausströmt und besonders im Bereich der Kunsträume sich aufdrängt. Da es dort keine Entlüftung gibt, wird man einen Kompromiss finden müssen. Snacks aber sind möglich. Sprecht doch einmal mit den Betreibern der Cafeteria, was sie anbieten können.

 

Interview 1

 

SCHÜLER BESSER INFORMIEREN

Hn: Ein anderes Thema deiner Vorstellungsrede war die Weitergabe von Informationen an der HCO. Erzähl mal.

Simon: Von manchem, was hier an Aktivitäten passiert, erfährt die breite Schülerschaft nichts. Ich würde gerne regelmäßigere Strukturen der Kommunikation an der Schule etablieren.

Hn: Gib mal ein Beispiel.

Simon: Wenn eine Arbeitsgruppe aktiv ist, dann müsste man Folgendes z.B. erfahren können: Die Schulhof-AG tagt am Dienstag um 16 Uhr. Dann könnten die, die sich dafür interessieren, einfach hingehen und sich evtl. auch beteiligen. Kurzberichte über die Ergebnisse der letzten Sitzungen müssten vorher zu lesen sein. Technisch könnte man dafür ein Wiki einrichten.

Frau Meyer: Ich gebe dir auch da im Grunde recht. Die Ergebnisse von Arbeitsgruppen werden zu wenig bei den Schülern publiziert.


ZUM BEISPIEL

Frau Meyer: Ein treffendes Beispiel: Letztes Jahr gab es einen „Aufstand der Oberstufenschüler“ gegen die von der Gesamtkonferenz beschlossenen Pausen-Regelung, die den Oberstufenschülern den Aufenthalt im Foyer untersagte. Die Oberstufenschüler wollten weiterhin das Foyer nutzen. Vertreter der Oberstufenschüler schlugen vor, Ausweise an die Oberstufenschüler auszugeben, und so den Aufsichten die Möglichkeit zu geben, einfach zwischen Ober- und Mittelstufenschülern zu unterscheiden. Zu Beginn des neuen Schuljahres äußerten dann ehemalige Mittelstufenschüler: „Was hat sich denn da die Schulleitung mit der Kennzeichnungspflicht wieder ausgedacht!“ Die Urheberschaft der Oberstufenschüler und ihre Beweggründe waren den sich empörenden Mittelstufen-Schülern nicht bekannt geworden.

Also in eurem Vorhaben, die Weitergabe von Informationen zu befördern, möchte ich euch unterstützen.

Ich möchte in dem Zusammenhang die Arbeit der Schülervertreter in den Schulgremien (Schulkonferenz, Gesamtkonferenz, Fachkonferenzen) erwähnen. Wir haben hervorragende Schülervertreter, die engagiert in den Gremien mitarbeiten. Leider erfahren die übrigen Schüler kaum etwas von dieser Arbeit. Da ist ein Problem, an dem wir arbeiten müssen.


WAS TUN?

Simon: Da hätte ich den Vorschlag, dass wir einen Ausschuss gründen, in dem sich die Gremienvertreter der Schüler treffen und austauschen können.

Frau Meyer: Die Idee eines solchen erweiterten GSV-Vorstands finde ich sehr gut. - Ich möchte auch anregen, dass das GSV-Brett im Foyer gepflegt wird. Auch könnte unser neues elektronisches Informationsbrett im Foyer genutzt werden.

 

Interview 4

 

PAUSENREGELUNG ÄNDERN?

Hn: Solange es Unterricht gibt, gibt es auch Pausen. Und so lange schon werden die Pausenregelungen immer mal wieder diskutiert und neu gestaltet. Wie steht die GSV zu aktuellen Pausenregelung?

Simon: Uns gefällt nicht, dass die Mittelstufenschüler in der großen Pausen das Gebäude verlassen müssen und wie heute z.B. in der Kälte auf dem Hof stehen, während die Oberstufenschüler im warmen Gebäude bleiben dürfen.

Frau Meyer: Die Schulkonferenz hat diese Pausenregelung beschlossen, zum einen weil insbesondere die jüngeren Schüler Bewegung und frische Luft brauchen und zum anderen weil für den Pausenaufenthalt von ca. 1200 Schülern die Flure zu klein sind und eine Aufsicht über alle Schüler zu schwierig ist. Meine persönliche Meinung ist, dass den Oberstufenschülern die Bewegung auch gut täte.

 

SCHULHOF UND MENSA - DA TUT SICH WAS

Hn: Zu einer gelungenen Pause gehört ein schülerfreundlicher Schulhof. Wie steht's damit?

Simon: Unser Schulhof ist – so wie er jetzt ist – mehr ein Hof als ein Pausen-Areal. Wir würden uns da z.B. mehr Bänke wünschen.

Frau Meyer: In der Frage der Schulhofgestaltung wird sich sicher einiges bewegen. Das Wie wird u.a. vom Bau einer Mensa abhängen.

Hn: Wie ist da der aktuelle Stand?

Frau Meyer: Der Bau einer HCO-Mensa ist in der Investitionsplanung des Bezirksamtes Spandau enthalten. Eine solche Mensa könnte auch ein weiterer Kommunikationsraum für Schüler werden.

Hn: Wo und wann soll denn die Mensa gebaut werden?

Frau Meyer: Die Mensaräume sollen unter dem Oberstufentrakt gebaut werden, möglichst mit einer Terrasse zum Innenhof. Es soll auch weiterhin einen Durchgang zur Sporthalle geben. Baubeginn frühestens Herbst 2012. Fertigstellung Herbst 2013 - frühestens.

 

WAS NOCH?

Hn: Gibt es andere Themen, Simon, die euch am Herzen liegen?

Simon: Ja, wir hätten gerne erweiterte Öffnungszeiten für die Bücherei. Wir könnten uns auch vorstellen, dass vertrauenswürdige Oberstufenschüler Aufsicht führen.

Frau Meyer: Da empfehle ich euch, euch an Herrn Kozian und das Bibliotheks-Team zu wenden.

 

LIEBLINGSECKE

Hn: Zum Schluss und etwas am Rande: Simon, wo ist deine Lieblingsecke in der HCO?

 

Simons Pausenort


Simon
: Also in den Pausen bin ich gerne ganz hinten beim Seminarraum der Sporthalle. Da ist es ruhig und man kann sich prima unterhalten.

Hn: Und Ihre Lieblingsecke in der Schule?

 

8b

 

Frau Meyer: Ich stehe gerne im 2. Stock am Ende des Klassentraktes neben Raum 249 und schaue auf den Schulhof, die Turnhalle, unseren schönen Sportplatz, den Flugplatz und den weiten Himmel über Berlin.

Fotos: Heun

 

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